Geschichtliches

Die Anfänge gehen bereits auf das Jahr 1612 zurück. Damals war allerdings noch nicht von einer Musikkapelle im heutigen Sinn die Rede, sondern von "Thürmern und Pfeifern", die den Besuch des damaligen Fürsterzbischofs Markus Sittikus in der Salinenstadt umrahmten. Die Geschichte der "Musikkapelle des Priv. Unif. Bürgerkorps der Stadt Hallein", so ihr voller Name, war seit jeher eng mit der Stadt Hallein und dem Bürgerkorps, das 1980 sein 700-jähriges Jubiläum feierte, verbunden. Zu den führenden Kapellmeisterpersönlichkeiten der Bürgerkorpskapelle zählten zweifellos Wenzel Richter, ein ehemaliger Kapellmeister des Carltheaters in Wien, der die Kapelle von 1907 bis 1937 leitete, Franz Heidenthaler, der der Kapelle 18 Jahre als Kapellmeister vorstand und seine musikalische Tätigkeit Ende 1990 beendete, sowie Lorenz Wagenhofer, Kapellmeister von 1991 bis 2000 (Eine vollständige Auflistung aller Kapellmeister finden Sie hier).

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1921 gründete Ludwig Grinninger in Hallein eine Eisenbahnermusikkapelle. Es bestanden also für einige Jahre in Hallein zwei Klangkörper. 1938 allerdings wurden Korps und Gardemusik aufgelöst. Im Jahre 1953 wurde die Eisenbahnermusikkapelle, die trotz der Wirren des Krieges weiterbestanden hatte, dem inzwischen neu gegründeten Bürgerkorps eingegliedert. Die Kapelle trägt heute zwei Gewänder, zum einen eine Gardeuniform aus napoleonischer Zeit, zum anderen eine Halleiner Bürgertracht.

Die Bürgerkorpskapelle der Stadt Hallein unter ihrem Kapellmeister Mag. Hermann Seiwald und ihrem Obmann Stefan Rußegger umfaßt derzeit 53 Musikerinnen und Musiker - insgesamt 57 Mitglieder. Ein besonderes Augenmerk im Rahmen der Vereinsarbeit wird neben einer kontinuierlichen Steigerung des musikalischen Standards vor allem auf eine gezielt forcierte Jugendarbeit gelegt. So befinden sich zur Zeit zahlreiche junge MusikerInnen der verschiedensten Instrumentengruppen in Ausbildung.

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Der Aufgabenbereich des Klangkörpers erstreckt sich von den "alltäglichen" Aktivitäten, wie die Umrahmung kirchlicher und weltlicher Feste, bis hin zu einer regen Konzerttätigkeit in den Sommermonaten. Auch Konzertreisen ins benachbarte Ausland, oftmals gemeinsam mit dem Bürgerkorps der Stadt, standen und stehen auf dem Programm der Halleiner Musiker, so etwa nach Vlcnov (ehem. CSFR, jetzige Slowakei) oder nach Ungarn und Deutschland (Berlin, Bautzen bzw. Dresden). Den Höhepunkt des Jahres bildet das schon zur Tradition gewordene "Weihnachtskonzert" am 25. Dezember in Hallein. Bekannt geworden ist die Kapelle vor allem durch die Umrahmung von Staatsempfängen, wie z.B. die der US-Präsidenten Richard Nixon und Gerald Ford, der englischen Königin Elisabeth II. sowie der niederländischen Königin Beatrix, weiters durch Rundfunkaufnahmen und der Mitwirkung in zahlreichen Fernsehsendungen, wie "Allein gegen Alle", "Musikantenstadl" oder "Ein Kessel Buntes" im berühmten Berliner Friedrichstadtpalast. Eine besondere Ehre wurde der Kapelle im Jahr 2000 zuteil. Sie vertrat Österreich mit großem Erfolg bei der "25. Musikparade der Nationen" anlässlich der Weltausstellung "EXPO 2000" in Hannover.