Am Samstag, den 17. April 2010 fand in Hallein das Projekt „Warum der Straßenmarsch nicht klingt“ statt.
Kapellmeister Mag. Hermann Seiwald lud mit Unterstützung des Salzburger Blasmusikverbands interessierte Musiker nach Hallein ein, um dem
Phänomen des nicht so recht klingen wollenden Straßenmarsches auf den Grund zu gehen.
Bereits ab 9:00 versammelten sich über 100 Kursteilnehmer im Halleiner Kolpinghaus, um den Vorträgen der Referenten zu lauschen.
Den Anfang machte Thomas Grubinger, Fachgruppenleiter für Schlagwerk am Musikum Salzburg. Er referierte über richtiges Einschlagen, das Instrumentarium, 2/4, Alla breve und 6/8 Takt und über das Zusammenwirken von kleiner und großer Trommel und Cinellen.
Landeskapellmeister Hans Ebner gab nützliche Tipps zur Dynamik, erläuterte die Schwierigkeitsgrade von Straßenmärschen und zeigte einige Probentechniken.
Nach einer Pause sprach Komponist Martin Fabian über Tonsatz, Instrumentation, die Balance von Melodie-Begleitung-Schlagwerk und stellte den selbst komponierten Straßenmarsch „Stöcklpflastermarsch“ vor, den er eigens für die Stadt Hallein schrieb.
Zum Abschluss erzählte Kapellmeister Mag. Hermann Seiwald über seine
langjährigen Erfahrungen als Kapellmeister und Musiker und brachte einige sehr nützliche Verbesserungsvorschläge ein, die helfen sollen, den Straßenmarsch auf ein neues Niveau zu bringen.
Um ca. 14:30 wurde es dann für die Musikerinnen und Musiker der Bürgerkorpskapelle Hallein ernst. Die SeminarteilnehmerInnen waren am Sportplatz des ULSZ (Universitäts- und Landessportzentrum) Rif angekommen, bereit, das neue Wissen am „lebenden Objekt“ auszuprobieren.
Gemeinsam mit Tanzpädagogin Vera Lepka und Bundesstabführer-Stv. und Landesstabführer von Salzburg Rupert Steiner präsentierte Kapellmeister Mag. Hermann Seiwald seine Theorien und Verbesserungsvorschläge.
Begonnen wurde mit einigen Einspielübungen, wobei mehrere Töne einer Tonleiter gespielt wurden und die Kapelle zugleich im langsamen Schritt marschierte. Kapellmeister Mag. Hermann Seiwald gab nützliche Tipps, um z.B. den Stimmbandverschluss zu verhindern, Tanzpädagogin Vera Lepka zeigte, wie man auch bei langsameren Tempi das Gleichgewicht halten kann.
Während die MusikerInnen Stücke aus verschiedenen Marschbüchern (Straßenmarsch-, Prozessions-, Trauermarschbuch usw.) zum Besten gaben, wurde allerlei experimentiert. Wie klingt jener Marsch, gespielt in der regulären Aufstellung (Flügelhörner vorne) bei „Rechts um“, was passiert, wenn die Querflöten in den ersten beiden Reihen gehen, ist der klangliche Unterschied wirklich so massiv?
Dass es einen gravierenden Unterschied gibt, wurde spätestens beim direkten Vergleich der „alten“ gegenüber der „neuen“ Aufstellung bewusst. War zuvor das hohe Blech sehr dominant, konnte man danach sogar das Holz und ihren facettenreichen Klang gut wahrnehmen.
Nach ca. 2,5 Stunden, in denen die Musiker zweifellos äußerst professionelles Auftreten bewiesen, war auch das Nachmittagsprogramm zu Ende. Kapellmeister Mag. Hermann Seiwald bedankte sich noch für das offensichtliche Interesse der KursteilnehmerInnen und für die Ausdauer seiner Musikerinnen und Musiker, bevor man zum gemütlicheren Teil überging, bei dem noch einige Kursteilnehmer das persönliche Gespräch mit
dem Kursleiter suchten.
Von: Verena Bican


